Ein neues und besonders schonendes Verfahren zur Behandlung von Gebärmuttermyomen ist die „MRT gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie“ (MRgFUS). Kein Schnitt, kein Blut, keine Narkose – lediglich Ultraschallwellen passieren die Haut und werden im Körper genau am Zielort so gebündelt, dass Hitze entsteht und das überflüssige Gewebe eingeschmolzen wird. Durch die einzigartige Kombination von hochintensiven Ultraschallwellen und Magnetresonanztomographie (MRT) wird eine Operation vermieden.
Die MRT ist ein medizinisches Schnittbildverfahren, das sich ausgezeichnet zur Planung und Überwachung für diese Art der Therapie eignet. Dabei werden keine Röntgenstrahlen verwendet, sondern lediglich ein starkes Magnetfeld und Hochfrequenzwellen – ähnlich, wie sie bei Radiosendern eingesetzt werden.
Welche Vorteile hat MRgFUS?
Die Behandlung erfolgt ambulant und ist eine schonende Alternative zur Operation und Hormonbehandlung. Die Gebärmutter und der Gebärmutterhals bleiben vollständig erhalten. Ein Krankenhausaufenthalt ist oft nicht notwendig, und die Patientinnen können bereits meist am nächsten Tag schon wieder ihre normalen Tätigkeiten aufnehmen.
Was geschieht bei der Behandlung?
Die Behandlung dauert etwa zwei bis drei Stunden. In dieser Zeit liegt die Patientin im MRT-System auf dem Bauch auf einem speziellen MRgFUS-Behandlungstisch. Ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel sorgt dafür, dass die Patientin bei der Behandlung entspannt ist und trotzdem noch jederzeit mit dem Arzt oder der Schwester kommunizieren kann. Im ersten Schritt nimmt der Arzt zunächst MRT-Bilder der Gebärmutter auf, anhand derer er die Behandlung plant. Anschließend wird das Myom schrittweise mit einzelnen Impulsen fokussierter Ultraschallenergie – den so genannten „Beschallungen“ – behandelt, bis der Arzt mit dem Ergebnis zufrieden ist. Abschließend werden noch einmal MRT-Bilder aufgenommen, mit deren Hilfe die Wirksamkeit der Behandlung ausgewertet wird.
Was geschieht nach der Behandlung?
Nach der Behandlung sollte die Patientin ein bis zwei Stunden ruhen. Eventuell auftretende leichte Unterleibsschmerzen, Krämpfe oder Übelkeit kann der Arzt dann direkt behandeln. In der Regel reicht ein rezeptfreies Schmerzmittel aus. Die meisten Patientinnen können bereits nach ein oder zwei Tagen zu ihrem normalen Tagesablauf zurückkehren.
Welche Risiken bestehen bei der Behandlung?
Wie jedes medizinische Heilverfahren ist auch die MRgFUS-Behandlung mit gewissen Risiken verbunden. Möglich sind Hautverbrennungen, Rückenund Beinschmerzen, Nervenschäden, Unterleibskrämpfe, Übelkeit, Scheidenausfluss und Harnwegsinfektionen. Diese Komplikationen treten allerdings nur selten auf.
Woher weiß ich, dass die MRgFUS-Behandlung für mich in Frage kommt?
Zunächst wird der/die behandelnde Gynäkologe/in prüfen, ob Gebärmuttermyome die Ursache für bestimmte Beschwerden sind. Dies kann meist mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Entsprechende Untersuchungen sind u.a. in der
Myomsprechstunde des Marien-Hospitals in Witten möglich.
Danach wird der/die Gynäkologe/in gemeinsam mit der Patientin in einem Beratungsgespräch klären, ob die MRgFUSTherapie in Frage kommt. Im Vorfeld der Behandlung wird eine MRT-Aufnahme des Beckens in Bauchlage gemacht, um die genaue Lage, Anzahl und Größe der Myome zu dokumentieren. Der Arzt kann dadurch prüfen, ob die Myome für die Ultraschalltherapie zugänglich sind.
Gezielt gebündelte Ultraschallwellen werden direkt auf das Myom geleitet, überflüssiges Gewebe wird eingeschmolzen.